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in eigener Sache - zum Ende eines langjährigen Verfahrens

Endlich Schluss

am 19.10.2021 geschrieben:

Zweimal hatten Gerichte die Eröffnung eines Verfahrens wegen Betruges gegen mich abgelehnt.

Jeweils intervenierte die Staatsanwaltschaft und im Mai 2021 verhandelte das Amtsgericht in Cottbus, das mich aus rechtlichen Gründen freisprach.

​Aber die Staatsanwaltschaft war erneut nicht einverstanden und das Landgericht in Cottbus setzte für den 12. und 18.10.2021 die Berufungsverhandlung an.

​Das Landgericht minimierte die infragestehende Summe gravierend und schlug letztendlich vor, das Verfahren gegen Zahlung von 3.000 Euro für soziale Zwecke einzustellen. Nun stimmte die Staatsanwaltschaft zu.

​Es fällt mir nicht leicht, darauf einzugehen, da ich überzeugt bin, nicht betrogen zu haben. Freunde haben sich gewünscht, dass ich mich nicht darauf einlasse und den Freispruch erstreite.

​Wenn ich jetzt dem Richtervorschlag zustimme, dann ist das kein Schuldeingeständnis, aber es geht nun schon ins achte Jahr. Man wird müde und ich will ein Ende.

​Es muss Schluss sein, auch mit Mutmaßungen, Vorverurteilungen und Unterstellungen, die einige Mitmenschen immer wieder in die Öffentlichkeit brachten.

​Ich danke allen, besonders meiner Familie, die den langen belastenden Weg mit mir gegangen sind.

Zur Vorgeschichte, ein Rückblick

am 17.08.2026 geschrieben:

Nach der Wende fand ich mich ab 1994 in der Situation, Verantwortung für viele Menschen zu übernehmen.

Angestellt und bezahlt wurde ich vom Humanistischen Regionalverband Ostbrandenburg e.V. (HRO) als Jugendsozialarbeiter und Leiter des Freizeithauses in der Scheederstraße 47 in Königs Wusterhausen.

​Hinzu kam die ehrenamtliche Funktion des HRO-Geschäftsführers, womit ich Verantwortung für die in Königs Wusterhausen sehr angesagte Kita "Knirpsenstadt" mit 200 Kindern und über 20 Erzieherinnen (zeitweilig verstärkt durch ABM-Kräfte), Küchen- und Reinigungskräften und einem Hausmeister hatte.

Ebenso war ich verantwortlich für Projekte und Personen, die im Freizeithaus und für den Verein wirkten.

Hinzu kam die Gestaltung der Jugendfeiern (die HRO-Variante der Jugendweihe) zuerst im ehemaligen Kreis Königs Wusterhausen, später im Landkreis Dahme-Spreewald, in Erkner und Fürstenwalde. Zu den Feiern später auf dieser Website mehr.

Das waren von 1993 bis 2015 für über 20.000 Mädchen und Jungen und ihren über 125.000 Gästen in fast 200 Jugendfeierveranstaltungen, für die ich die meiste Zeit hauptverantwortlich war.

Dazu gehörten die jährlichen Vorbereitungsveranstaltungen u.a. mit thematischen Wochenendcamps, worunter das Demokratiecamp einen besonderen Platz einnahm.

All das gelang nur, weil die HRO-Mitglieder alle Vorhaben aktiv unterstützten und die 1995 von mir ins Leben gerufene Jugendorganisation „Junge Humanisten“ (später dazu mehr) in den Aktionen des Verbandes eine echte Bestimmung fanden.

Man kann sich vorstellen, dass das nicht mit einer 40-Stundenwoche machbar war.

 

 

Der Break (2013)

Ein 2012 in die Stadt Königs Wusterhausen gekommener Verwaltungsangestelter entdeckte Unregelmäßigkeiten in Finanzabrechnungen unserer Kita. Letztendlich mündete es in eine Betrugsanzeige gegen mich als Geschäftsführer. Wir hätten Kita-Gelder falsch abgerechnet.

Von Finanzangelegenheiten hatte und habe ich keine Ahnung – ich bin ausgebildeter Pädagoge und kein Betriebswirt.

So verließ ich mich auf die vom Verein eingesetzte Verwaltungsleiterin. Sie arbeitete angeleitet von einem Finanz- und Steuerberater, der zeitweilig auch Vereinsvorsitzender war. Seinerseits ließ er sich von einem promovierten Rechtsanwalt beraten.

Als ehrenamtlicher Geschäftsführer musste ich Finanzanträge und Abrechnungen unterschreiben. Ich ließ sie mir vor der Unterschrift erläutern. Sie erschienen mir jeweils plausibel und ich unterschrieb.

Weder als Geschäftsführer noch in den anderen Verantwortlichkeiten erhielt ich irgendwelche Zuwendungen. Ich wurde lediglich als Sozialarbeiter bezahlt.

Details kann man der nebenstehenden Erklärung entnehmen, die ich vor Gericht abgab.

Die Situation spitzte sich zu und letztendlich gab ich in der Hoffnung, dass ich „das Problem“ bin, die Funktion des Geschäftsführers ab.

Der Vorstand wurde geschäftsführend und kündigte meinen Arbeitsvertrag als Sozialarbeiter, weil die Stadt den mit dem Landkreis vereinbarten Lohnzuschuss für mich verweigerte.

Die Insolvenz wurde abgewendet. Leider musste die Kita abgegeben werden, ich war arbeitslos und wirkte noch bis 2015 in einigen Bereichen ehrenamtlich für den Verein.

Doch die Luft war raus. Ich ging in den vorzeitigen Ruhestand und musste bis 2021 warten, bis es endlich ein abschließendes Gerichtsverfahren gab.

Nachdem zwei Gerichte die Eröffnung des Verfahrens wegen Betruges abgelehnt und ein 3. Gericht mich freigesprochen hatte endete es endlich mit einem Vergleich.

Ich zahlte gern 3.000, € für zwei wichtige soziale Projekte. Die Gerichtsakten wurden geschlossen.

© 17.08.2026

Rahmen 3.png

Das unten aufgeführte Dokument zeigt meine Sicht auf die Abläufe, die ich so vor dem Amtsgericht und dem Landgericht Cottbus in den öffentlichen Verhandlungen dargestellt habe.

Das Verfahren ist nun beendet. Ich verzichte auf die Nennung der Namen.

Erklärung vor Gericht

das Hintergrundmotiv habe ich am Greifswalder Bodden aufgenommen

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